
Dieses Jahr ging es endlich mal wieder in die Berge. Ich nahm an einer geführten Wanderung durch das Lechquellgebiet teil. Angeboten und geführt wurde diese Tour von der Bergschule Kleinwalsertal. 6 Tage Wandern und 5 Übernachtungen auf Berghütten waren das Programm. Die erste Etappe war zum Angewöhnen, aber deswegen nicht weniger schwierig. Es ging vorbei am Widderstein und Hochtannbergpass zum Körbersee. Hier genossen wir nochmal allen Komforts eines Hotels. Am nächsten Tag ging es hinunter in die Gemeinde Schröcken, und dann entlang dem Bach hinauf zur Biberacher Hütte auf 1846m. Wir gingen um 9 Uhr los und kamen um 15 Uhr an. Es hat so ziemlich den ganzen Tag geregnet, erst bei der Ankunft kam leicht die Sonne durch. Die Unterbringung war hüttentypisch in Zimmern. Es gab nur kaltes Wasser, auch eine Duschmöglichkeit. Gleich vor weg möchte ich sagen, dass es auf alle Hütten super war, sowohl das Essen, die Übernachtungsmöglichkeiten, die Hüttenwirte usw. Wir hatten jeweils Halbpension gebucht, also abends mit Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise. Stets war auch ein vegetarisches Gericht dabei. Das Frühstück war immer gut und ausreichend, bei Bedarf konnte man sich ein Lunchpaket machen, dieses gegen extra Bezahlung. Obligatorisch ist der eigene Hüttenschlafsack, Decken sind immer vorhanden.
Am dritten Tag starteten wir um 8 Uhr, es ging zunächst wieder ins Tal, dann über untere und obere Alpschelle zur Göppinger Hütte. Es hat wieder den ganzen Tag geregnet. Mit der richtigen Ausrüstung, also Regenjacke und Regenüberzug für den Rucksack ist das kein Problem und macht trotzdem Spaß, es war ja kein Starkregen. An der Almhütte untere Alpschelle gibt es eine kleine Imbismöglichkeit mit Selbstbedienung. Die Wirte waren aber gerade anwesend und der Bauer brachte auch gleich eine Runde Obstschnaps. Nach kurzer Rast ging es hinauf zur oberen Alpschelle (1682m). Auch hier waren die Wirtsleute erfreut über unsere Einkehr. Auf Grund des Wetters war nicht viel los. Es gab Gulasch oder Hauswürste, dazu natürlich Wasser, Saft, Bier oder Kaffee. Nach dieser Stärkung ging es dann um ca. 13:30 weiter hinauf. Über den Gamsboden erreichten wir den alpinen Wanderweg E4 und dann kurz nach 16:00 Uhr die Göppinger Hütte auf 2245m Höhe. Beim letzten Stück oberhalb der letzten Bäume war es nicht nur etwas regnerisch sondern es wehte auch ein unangenehmer kalter Wind. Am Gamsboden trafen wir auf Steinböcke. Die Göppinger Hütte wird mit einer Materialseilbahn versorgt. Auf der Hütte gibt es aber keine Duschen und kein warmes Wasser. Das Wasser aus den Waschbecken dort ist auch offiziell kein Trinkwasser. Die Toiletten waren auf Bio umgestellt, also Plumsklo.
Am nächsten Morgen war nach dem Frühstück um 7 der Aufbruch zur Freiburger Hütte für 8 Uhr vorgesehen. Einem Wanderer unserer Gruppe ging es jedoch nicht so gut, so dass wir nach Beratung dann etwas später bergab Richtung Zug starteten. Es war vermutlich auch die bessere Entscheidung, denn auf dem Höhenweg über Johannisjoch regnete es den ganzen Tag stark, wie uns eine andere Gruppe berichtete. Es waren übrigens nur 5 Grad Außentemperatur an der Göppinger Hütte. Diese Wanderung war nicht so schwierig, es ging immer am Lechbach entlang hinauf.
Aus der Wurzel des Gelben Enzian (rechts im Bild) wird der Schnaps gemacht. Links daneben im Bild der stark giftige Weiße Germer.
Gegen 15:30 erreichten wir die Freiburger Hütte auf 1931m. Diese Hütte ist auch über einen Fahrweg z.B. mit Fahrrad erreichbar. Von Zug aus fährt auch ein Wanderbus bis zum Formarinsee, von dort sind es ca. 1 Stunde zu Fuß bis zur Hütte. Die Freiburger Hütte ist sehr gut ausgestattet, es gibt warmes Wasser beim Duschen (mit Duschmarke).
Dann brach auch schon der vorletzte Tag der Wanderung an. Um 8 Uhr ging es los über das Steinerne Meer zum Gehrengrat. Wir hatten den ganzen Tag wunderschönes sonniges Wetter. Der Gehrengrat liegt auf 2439m Höhe, der höchste Punkt unserer Tour also. Kurz vor dem Gehrengrat konnten wir wieder Steinböcke aus nächster Nähe bewundern. Der Abstieg vom Grat über Dalaaser Schütz zum Spullersee ist sehr anspruchsvoll. Teilweise geht es auf allen Vieren entlang hinunter. Vom Spullersee (Stausee) sind es dann nochmal 100 Höhenmeter hinauf zur Ravensburger Hütte auf 1830m.
Abstieg vom Gehrengrat
Gegen 15:00 Uhr erreichten wir dann die Ravensburger Hütte.
Auch auf der Ravensburger Hütte ist es sehr schön. Es war sonnig und wir konnten nach der Ankunft draußen auf der Terasse sitzen. Gegen Duschmarken kann man warm duschen, es gab sogar am Waschbecken warmes Wasser.
Am letzem Tag begannen wir um 07:45 den Abstieg in die Gemeinde Lech, dort gegen 10 Uhr angekommen war kurze Rast. Um halb elf fuhren wir mit dem Linienbus zur Haltestelle Adler auf dem Hochtannbergpass. Hier waren wir schon einmal am ersten Tag. Es ging dann über den Hochalppass in die Gemeinde Baad. Kurz vorher erreichten wir um halb zwei die gut besuchte Bärgunt-Hütte. Hier gab es noch eine Mittagsmahlzeit wer wollte und dann waren es nur noch 30 min. hinunter bis zur Bushaltestelle in Baad. Unsere wunderbare Bergtour war somit zu Ende.
